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MAROKKO Der Hauptlieferant (die Produktion hat sich seit Ende der Sechziger Jahre kontinuierlich gesteigert und dürfte heute jedes Jahr trotz offiziellem Repressionsgebahren erheblich über der Tausendtonnenmarke liegen) für den westeuropäischen Markt ist mit einer kaum überschaubaren Produktpalette am Start. Typischenveise kommt Marokkaner als durch Siebung gewonnene und mechanisch gepreßte harte gelblichbraune Platten ("Grüner") in Westeuropa auf den Markt.
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"Zero Zero", "00" oder "Double-O" ist reines Haschisch aus dem Harzdrüsenpulver der feinen und vorsichtig durchgeführten ersten Siebung. Seine Potenz ist hoch, intensiv stimulierend bis psychedelisch, nicht allzu lange anhaltend, ohne zu sehr zu ermüden. "Zero Zero" ist oft nur leicht gepreßt, aber dennoch kompakt, geht gut auf, lecker aromatisch, ein echtes Naturprodukt. Es brennt relativ schnell weg. "Zero Zero" hat sich in KifferInneneinkreisen einen guten Ruf erworben. Der Name kommt vom Feinheitsgrad des verwendeten Seidensiebes. Das goldbraune ungepreßte "Zero Zero" Pulver läßt sich auch ungepreßt gut rauchen, ist wegen seines Volumens und der Schwierigkeit, es zu schmuggeln, nur sehr selten im Handel. Die ungepreßten Drüsenköpfe konservieren Wirk- und Aromastoffe übrigens oft besser als das daraus gepreßte Haschisch.
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"Tblisa Hash" wird ein exzellentes Haschisch vom Typ "Zero Zero" genannt, bei dem nur das Harzpulver verwendet wird, das bei der ersten Siebung auf ein in die Mitte der unter dem Siebtuch befindlichen Schüssel gelegtes kleines Brett gerieselt ist.
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"Double Zero Zero", "Double 00" oder "0000" ist die Bezeichnung für eine goldgelbe Sondersiebung, die nur in sehr kleinen Mengen auf Nachfrage in Marokko angefertigt wird. Ausgewählte Pflanzen werden extrem vorsichtig gesiebt, so daß wirklich möglichst nur noch die harzhaltigen Drüsenköpfe und kaum Zystolithenhaare, Pflanzenteüe und Staub durchrieseln. Dieses exzellente Haschisch ist erheblich teurer und erreicht fast nie den offenen (Schwarz-)Markt.
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"Zero" oder "O" bezeichnet die 2. Siebung durch ein etwas grober gewebtes Stoffsieb der Maschengröße "0". Es enthält deutlich auch nicht psychoaktive Blütenteile, insbesondere Zystolithenhaare und ist nicht ganz so potent. Da es aber nicht gestreckt worden ist, bietet es die von vielen KifferInnen als positiv eingeschätzten Eigenschaften eines natürlichen konzentrierten marokkanischen Hanfproduktes zu einem verhältnismäßig günstigen Preis. "Zero" ist schon stärker gepreßt, angeblich durch Schlagpressung, kann aber meist schon von Hand gebröselt werden.
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"Casablanca" ist ein guter Marokkaner vom Typ "Zero" mit klarer anregender psychedelischeuphorisierender Wirkung, der in Tee gebröselt ein scharfes ingwerartiges Aroma aufweist. Casablanca ist eine große moderne Hafenstadt in Marokko und steht atmosphärisch für einen schwülstigen Spionagefilm mit Humphrey Bogart.
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Special Casablanca soll ein erstklassiger Marokk vom Typ "Casablanca" genannt werden, der nach Eukalyptusbäumen und Pinien riecht.
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"Sputnik" steht für Haschisch von ausgezeichneter Qualität. Leider entspricht ebenso wie bei anderen Sorten nicht alles, was auf dem Schwarzmarkt unter einem wohlklingenden Namen angeboten wird auch dem, als was es angepriesen wird. "Sputnik" ist dunkelbraun, sehr drüsenhaltig und entsprechend harzig, wirkt dabei dennoch etwas grob und schwer. Die Potenz ist sehr hoch, das High tief, anhaltend und psychedelisch, abgerundet mit einer ausgeprägten körperlichen Note. Es soll aus der ersten Siebung von ausgewählten in höheren felsigen und wilden Lagen des Rifgebirges gewachsenen Pflanzen gepreßt sein. Der Name kommt vielleicht daher, daß es abgeht wie eine Sputnikrakete.
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"Chocolata" ist die Bezeichnung für eine Spezialität, die so begehrt und exklusiv ist, daß sie zum Großteil schon in Marokko verbraucht wird. Es handelt sich um grünschwarzes von Hand verarbeitetes und nicht nachgepreßtes Haschisch, das angeblich noch vor der eigentlichen Ernte von noch auf dem Feld stehenden Pflanzen gewonnen wird. In den Handel kommt dieses Leckerli in Mengen von maximal 20 bis 50 Gramm in typischen kleinen runden Dosen. Hier gilt die Regel, je kleiner die Handelsmenge, desto besser und edler das Haschisch. "Chocolata" hat einen Ruf als delikates und hochpotentes "Guten Abend-Dope".
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"Black Maroc" oder "Schwarzer Marokk" ist üblicherweise ein sehr potentes Haschisch, das den Sorten aus dem mittleren Osten ähnelt. Es riecht minzig-ungewöhnlich. Seine Wirkung kommt mit Verzögerungseffekt, "hinterhältig", ziemlich psychedelisch, was auch immer frau darunter versteht. Es erreicht gelegentlich den spanischen oder gar den mitteleuropäischeu Markt, aber immer nur in geringen Mengen. "Black Maroc" und andere herausragende marokkanische Sorten können unter Mühen von Hand umgepreßt werden. Spätestens dann nimmt das Haschisch eine braunschwarze Farbe an. Dunkle Farben allein sind allerdings keine Gewähr für Qualität. Sie können auch von Zusatzstoffen herrühren. Der"Schwarze Marokk" soll von Pflanzen mit afghanischem oder Himalaya-Erbgut gewonnen werden, deren Blütenstände vor der Weiterverarbeitung fermentiert wurden. Wahrscheinlich wurde das Haschisch von Hand vor- und dann maschinell nachgepreßt. Wie dem auch sei, gerade auch in Marokko verändert sich die Palette des hergestellten Haschisch durch neues von Händlern eingebrachtes Saatgut (z.B. aus Holland Sorten wie Skunk) und "neue" Verarbeitungsmethoden.
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"Agadir" Hierbei soll es sich um dunkles Haschisch mit einer fast afghanischen Geschmeidigkeit, gutem Geschmack und von guter Potenz handeln. "Etwas für Marokkliebhaber. Alles wird interessant."
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"Kugeln", in Holland "Echte puntjes" ist ein potentes, sehr dröhniges Haschisch, das in bei Wärme mit der Hand knetbaren Kugeln kommt; eine Spezialität, die angeblich nur von einer (Groß-)Familie hergestellt wird.
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"Sahara-Sand" oder "Sahara" ist ein sehr gutes "leichtes Tageshasch", das high macht ohne zu sehr zu erschöpfen. Es ist voluminös, da es nur ganz leicht gepreßt ist, angeblich durch Eigengewicht, sogenannte Lagerpressung. Es kann ohne Erhitzen zerbröselt werden, fühlt sich sandig an und hat auch eine Farbe gelb wie heller Wüstensand. Keine Streckmittel verderben den relativ milden Geschmack. "Sahara" ist ein Haschisch vom Typ "Polle", das von Kennern gern als "königlich" bezeichnet wird.
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"Polle", "Pollen" oder "Polm" ist eine Bezeichnung, die ursprünglich von Europäern für ein ungepreßtes Haschischpulver so fein wie die männlichen Pollen benutzt wurde. Es besteht NICHT aus den unwirksamen Pollen, sondern wie auch die anderen Haschischsorten vornehmlich aus den Harzdrüsen, die hauptsächlich von den weiblichen Blüten und den sie umgebenden Blättern stammen. "Pollen" ist meist nicht allzu stark gepreßt. Es gibt dieses Haschisch in diversen Qualitäten von "commercial" aufwärts bis zum "Super Pollen". Die besten Sorten sind den Zero-Qualitäten durchaus ebenbürtig. Besonders gutes Haschisch vom Typ "Pollen" kommt zum Beispiel als "Kissenpolle", gepreßt zu kissenförmigen 100 Gramm-Blöcken, oder noch besser als sogenannte "A-Qualität" zu etwa 50 Gramm in den Handel. Hier gilt die je kleiner - je feiner - Regel (, muß aber nicht). In welcher Form "Wurstpollen" auf den Markt gelangt, darf geraten werden.
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"French newspapers", "Paper", French" oder holländisch "Franse krant" ist die gängige Bezeichnung für ein Haschisch, das in relativ dünnen Platten zu etwa 100 Gramm gehandelt wird, von denen jeweils zehn mit Zwischenlagen französischsprachigen marokkanischen Zeitungspapiers zu einem Einkilopaket zusammengepreßt werden. Diese Handelsform gibt es auch mit Zwischenlagen aus Löschpapier. Wirkt dann nicht ganz so billig. Großschmugglerhasch. In den Augen der KundInnen stimmt bei dieser Sorte in der Regel das Preis-Leistungsverhältnis und wäre von ihnen als Standard für ein "Commercial Dope" erwünscht. Die Qualität der "Grünen Platte" oder gar des "Eurogrünen" ist jedoch noch erheblich geringer! (Oh Haschisch - mir graut's vor dir!) French ist hart, relativ "fett", bröselt leicht, wirkt entspannend und läßt sich auch über längere Zeiträume konsumieren (, wenn es denn sein muß). Wird bevorzugt im Tabak-Joint geraucht, sofern diese Unsitte nicht sowieso gängige Praxis ist.
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"Puck" hat einen eher schlechten Ruf. Es wird gemunkelt, es werde aus den am Fußboden anfallenden und zusammengekehrten pulvrigen Siebungs- und Preßresten hergestellt. Dementsprechend schwankt seine Potenz erheblich. Es handelt sich um ein dunkelbraunes Haschisch, hart und plattgedrückt wie ein Eishockeypuck, das mehr zerbröselt, als daß es aufgeht, langsam brennt und einen rauhen bis kratzigen Geschmack aufweist. "Puck" ist mehr oder weniger übel gestreckt und wird durch Bindemittel zusammengehalten. Er kommt in dicken länglichen Blöcken um die 250 Gramm, die an den Seiten stark abgerundet sind. "Puck" kann manchmal überraschenderweise recht potent sein. Dann wirkt er jedoch eher dröhnig, nicht gerade inspirierend oder das, was frau kreativ nennen könnte, auf jeden Fall kein soziales Dope, eher der Letzte am Abend, aber auch dann kopfschmerzverdächtig (, spätestens am nächsten Morgen), kurz gesagt, sein Geld nicht wert.
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"Sierra Ketama" hieß das erste noch relativ "wilde" Haschisch, das in den Sechziger Jahren aus Marokko auf den mitteleuropäischen Markt gelangte. Die typische Form sind flache Platten. Es wirkt ähnlich wie klassischer Türke "leicht", psychedelisch und stimulierend. Eine Spezialität für Nostalgiker. Ketama ist der zentrale Handelsort im Zentrum der gleichnamigen Provinz und des marokkanischen Hauptanbaugebietes für Hanf zur Haschischgewinnung, welches sich über weite Teile des Rifgebirges, spanisch kurz Sierra genannt, ausdehnt.
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"Ketama Gold" steht für eine relativ feine Siebung, aber nicht so gut wie "Zero Zero" aus derselben Gegend. Ein Bild von Marakesh Gold, naher Verwandter von Ketama Gold! (JPG, 50kb)
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"Ketama" bezeichnet ein leicht gewürztes "akzeptables Gebrauchshasch" aus groberen Siebungen. Oft sind Schichten erkennbar. "Schichtmarokk". Wird als anregend und aphrodisisch beschrieben.
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"Hia Hia" oder "Hya" (weiblich "sie") riecht altertümlich nach frühen Haschischerfahrungen. Hasch, von dem man still wird. Meist etwas überteuert, wenn angeboten.
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"Bani" soll auch so ein nostalgisches, in Holland bei älteren Kunden beliebtes Dope sein. Geruch und Geschmack sollen an alte Zeiten denken lassen. Ein dunkler Marokk, der ziemlich stoned macht. "Tütendope, um den Bodenkontakt wiederherzustellen."
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"Eiermarokk" oder "Eierdope" kam Mitte der Achtziger Jahre auf den europäischen Markt. Es handelt sich um "künstliches" Haschisch, das in Präparierungen unterschiedlicher Konzentration aus Haschischöl (vornehmlich) marokkanischer Herkunft, und wenn frau Glück hat, nur mit pflanzlichen Füllstoffen (darunter angeblich auch Hanfblattpulver) hergestellt und in verschiedenen Preislagen entsprechend der Potenz angeboten wird. Leider wird von Verunreinigungen berichtet (, z.B. von Plastikfolie). Als Herstellungsorte werden Spanien ("Almeria"), Holland und Deutschland genannt. Das Öl wird möglicherweise zum Teil aus beschlagnahmtem Haschisch extrahiert und erst dann exportiert, so heißt es. Das beste "Eierdope" ist dunkel, fast schwarz, innen grünlich, und schwer, cremig, geschmeidig durch hohen Ölgehalt und verblüffend potent. Die Wirkung ist heftig, "ölig", "Typ Sockenauszieher" oder "Hinsetzer". "Eiermarokk" geht oft erstaunlich gut auf. Niedere Qualitäten sind trocken, hart und fest, können aber auch noch recht stark sein. Richtige Fans haben eigentlich weder Haschöl noch "Eiermarokk" gewinnen können. Die Wirkung ist vielleicht zu "raffiniert". Der Name bezieht sich auf eine typische Handelsform, also Pressung in Eiform.
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"Caramellos" ist eine weitere meist hochpotente Zubereitungsform mit "öligem" Geschmack und High. Es handelt sich dabei um runde längliche Stäbchen von außen dunkelbrauner bis ölig-schwarzer und im Schnitt grünlichbrauner Farbe mit cremiger karamellartiger Konsistenz. Es wird gesagt, daß es sich bei diesem als typischem Kleinschmugglerhasch verhältnismäßig überteuert angebotenem Produkt um handgerolltes "echtes" marokkanisches Haschisch handle, das eine Zeit lang in Häschischöl eingelegt und erst dann abgepackt wurde.
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"Commercial" meint diverse in harte, trockene Platten gepreßte Mischungen der groben Siebungsgrade, meist ab dritter Siebung abwärts, mit hohem Anteil an Pflanzenteilen, oft mit Zusatzstoffen (Füll- und Farbstoffen, Gewürzen, Konsistenzverbesserern, Trieb- und Bindemitteln) vermengt; schwer zu rauchen, kratzig mit schwachem nicht besonders ausgeprägtem Törn; fällt unter die Kategorie dessen, was verächtlich "Grüne Platte" oder "Europlatte" genannt wird. Dominierte den bundesdeutschen Markt Mitte bis Ende der Achtziger Jahre; wird angeblich zum Teil erst z.B. in den Niederlanden aus importiertem Haschpulver verschiedener Provinienzen (Marokko, Libanon) auf Nachfrage zubereitet und geliefert.
Weitere Bezeichnungen für marokkanisches Haschisch bezogen auf die Qualität sind "Normal", "Medium", "Mittelklasse", "Specialklasse", "Superklasse", "Primo" und "Premier". Bezeichnungen wie "Honigmarock" oder "Blümchenmarock" heben auf Eigenschaften wie Farbe, Konsistenz und Geruch ab und deuten teure und potente Qualitäten an. "Madelaine" hieß eine Sorte, die in Verpackungsfolien für französische Kleinkuchen (einer pleitegegangenen Firma) auf den Markt kam.
"Chirac Royal" ist zwar ein ironischer Name für ein Haschisch. Es soll aber nicht so explosiv wie die Atombomben dieses beschränkten Hardliners gewesen sein. "Nogaa" ("der Kern") und "Fatima" sind marokkanische Namen, wie sie einem in holländischen Coffeshops über den Weg laufen können. Die Vielfalt der Namen ist groß, die der Ware nicht ganz so.
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